@westphalianheretic@wordsmith.social

Short info about this blog: I recently learned that spunk is usually a colloquial word for human male ejaculate. Well, that's not what I wanted to refer to. Spunk is also a word that Pippi Langstrumpf / Pippi Longstocking uses for objects she spins fantasies about, in the outdated children's stories by Swedish author Astrid Lindgren.

That's why I changed it to westphalianheretic now. This will as well effect any links to this blog.


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Begrenzung der #Immigrationszahlen als salonfähige Forderung (»Überforderung der Kommunen«, »solange nicht alle europäischen Länder an einem Strang ziehen«, ...): Ich hatte einen langen Text angefangen, über ausbeuterische globale kapitalistische Strukturen, über lohnabhängige Menschen in reichen Ländern, die gleichzeitig Opfer und Profitierende sind, über nach wie vor sehr lebendigen Kolonialismus, über Propagandalügen und Rechtsverschiebung politischer Kultur, des Verwaltungs- und Regierungshandelns, und nicht zuletzt des politmedialen Diskurses, in unseren postdemokratischen Ländern, über Gewinnprivatisierung und Kostensozialisierung (Steuern, Abgaben, gesetzliche Sozialversicherungen, Subventionen, Rettungsschirme, Verstaatlichungen, ...), über den Sinn und Unsinn von Unternehmensderegulation und gleichzeitigem Trommeln für teure Bio-, Öko- und Fairproduktkäufe, über den tatsächlichen Einfluss des Konsumierendenverhaltens und den des Kapitals auf Klimagerechtigkeits-, »Gerechtigkeits-«, »Datenschutz-« und allgemein Menschenrechtsentwicklungen, über woke und leugnende Menschen ... Letztlich läuft es doch auf eines raus: Kein geflüchteter Mensch nimmt da, wo Asyl gewährt wird, Menschen ihre benötigte Versorgung und ihre Würde weg. Das besorgt das Kapital. Die es bis zu uns schaffen oder im Mittelmeer ersaufen, in Lagern verrotten, sind zum allergrößten Teil die Prekären / Lohnabhängigen der anderen Länder, in denen es das globale Kapital so weit getrieben hat, dass das Leben dort nicht mehr möglich oder lebenswert ist. Menschenrechtsliebende Prekäre / Lohnabhängige solidarisieren sich. Oder schweigen, wenn ein Wort oder eine offene oder geheime Aktion zu gefährlich ist. Wer mit den schwarz-rosa-grünlich-gelben-braunblauen Wölfen heult, verrät seine Nächsten und sich selbst.


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Ich gehe gerade mit Kind 2 aus der Tür für Besorgungen, da kommt der per Brief angekündigte »Besuch« der Berufsneugierigen.

5 min später klingelt das Telefon, meine Frau: Wie viele Computer hast du? Betreibst du einen Server? Betreibst du eine Cloud? Hast du schon mal gehackt? Wann warst du zuletzt im Darknet?

Mmh, ich gestehe, ich war blöd. Es war natürlich Fake, meine Frau hat mich hochgenommen. Zu meiner Verteidigung: Nach einem chaotischen, hektischen Arbeitstag funktioniert mein Hirn nicht mehr so gut.

Aber dann hab ich nochmal nachgedacht: Ist das »natürlich« Fake? Bei Leuten, die sich nichts bei Chatkontrolle, Uploadfiltern, Vorratsdatenspeicherung, Personal-IDs, Arbeiter.inn.enüberwachung, Ausleiten von allem Unverschlüsselten, Kameraüberwachung im öffentlichen Raum, Überwachung des Grundwassers auf Viren, Microsoft und Apple für Schüler.inn.endaten, ... denken, wie weit ist wirklich weg, dass diese Daten interessieren? Wahrscheinlich längst in Dossiers stehen, neben: Interessiert sich für Verschlüsselung, ist Sozialist, ...

Das Unrealistische war nicht der Inhalt der Fragen, sondern, dass sie so offen gefragt werden.

TV-Tipp: TV-Serie Continuum https://www.imdb.com/title/tt1954347/


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Viele, auch viele Datenschutz-Nerds, geben das Narrativ wieder, es müsse schneller vorangehen mit der Digitalisierung.

How Does Digital Technology Affect You?

How Does Digital Technology Affect You?"How Does Digital Technology Affect You?" by schopie1 is licensed under CC BY-SA 2.0

Tempo bei der Digitalisierung klingt gut. Wir lästern über die Faxgeräte in den Behörden, dabei gehen die mit etwas Glück über Ende-zu-Ende-verschlüsselte IP-Telefonleitungen. Im Gegensatz zum überwiegenden Anteil der Mails. Zu Corona-Hochphasen hätten wir uns leistungsfähigere Hard- und Software für Homeoffice der Lohnabhängigen, Schüler.inn.en und Lehrer.inn.en gewünscht. (Nicht falsch verstehen: Für mich ist eigentlich immer noch Corona-Hochphase. Aber das ist ein anderes Thema.)

Aber jetzt mal ernsthaft: Sind wir so weit? Jedes neue Medium verlangt eine kulturelle Anpassungs- und Aneignungsleistung von uns Menschen als Gesellschaften bzw. Gruppen. Jeder neue Träger von Information und Unterhaltung war zunächst elitär und wurde zur Überwachung, Ausgrenzung, zur effektiveren Machtausübung und Propaganda und zum effektiveren Handel eingesetzt. Heutzutage sind wir weitgehend alphabetisiert, Bücher sind Massenmedien. Aber ernsthaft drüber nachgedacht: Können wir vernetzte Computer lesen, wie wir Bücher, Zeitschriften und Zeitungen zu lesen gelernt haben?

Ja,sehr viele Menschen fordern, dass die Menschenrechte bei der IT-Nutzung eingehalten werden, vor allem da, wo wir zur IT-Nutzung gezwungen sind. Aber das Machtgefälle vergrößert sich immer mehr. Die Computernetze werden immer effektivere Werkzeuge für die Ausbeutung, Überwachung und Machtausübung. Öffentliche Infrastruktur wird immer angreifbarer. Autos und Büros sind verwanzt. Unser Leben wird auf die IT ausgerichtet, ohne Diskussion, oder besser: schneller als die Diskussion darüber, wie stark und in welche Richtung, unter welchen Rahmenbedingungen wir das wollen. Um hier auf Augenhöhe zu diskutieren, eigentlich, den Machtkampf aufzunehmen, bräuchten wir viel mehr Zeit.

Ein ernsthaft demokratischer Staat würde sich an der digitalen Alphabetisierung beteiligen, würde Medienkompetenz in Lehrpläne von allgemeinbildenden, Hoch- und Volkshochschulen aufnehmen in einer Art, die das Lernziel Medienkompetenz auch erreichen lässt. Leider ist es weitgehend Ehrenamt und NGOs überlassen, sowohl technisches Grundwissen als auch, und das besonders, Wissen über den sicheren, emanzipierten Gebrauch der Netze und Geräte zu vermitteln. Dafür werden wir noch angefeindet, behindert, in extremistische Ecken gestellt. Sicherheit und Datenschutz seien nur ernsthaft zu haben als Produktbestandteil kommerzieller Produkte, wird suggeriert. Gerade die gestern wieder vergebenen Big Brother Awards belegen jedes Jahr an eindrücklichen, gut ausgewählten Beispielen, dass mit diesem Vorgehen der Bock zum Gärtner gemacht wird.

Es läuft also auf einen Machtkampf hinaus. Behalten wir gesellschaftlichen Einfluss auf Computernetze, nutzen wir sie zum menschenrechts- und menschengerechten Informationsaustausch, zur klimagerechten Energiesteuerung, zur sicheren Rationalisierung, zum kulturellen, grenzenlosen Austausch? Oder müssen wir uns bald in der Arztpraxis mit einem hochgebührenpflichtigen Microsoft-Konto über die Krankenversicherungskarte als Token anmelden?

Für solche Kämpfe brauchen wir Zeit, weil wir der geballten strukturellen Macht nur eines entgegensetzen können: Masse. Wir können nur mit den Füßen effektiv abstimmen. Effektiv meint hier, mit nennenswerter Wirkung. Wohlfeiles Reden hilft nicht, und dass wir turnusmäßig an Urnen unsere Stimme beisetzen, äh, abgeben, hat angesichts der starken Strukturen und Lobbys auch nicht allzu viel Wirkung. Und solches Organizing im Ehrenamt, neben Job, Familie und einfach mal Leben, das dauert.

Aber selbst, wenn wir das friedlich und demokratisch aushandeln würden, es ist nicht leicht, den richtigen Weg mit neuen Medien zu finden und dann auch umzusetzen. Zumal die aktuelle digitale Revolution eine sehr umfassende ist. Wir Menschen sind evolutionär für IT noch gar nicht bereit. Unsere Psyche und Physis kann damit noch gar nicht umgehen.


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HandFormingPeaceSymbol

“Peace!” by aldrin_muya is marked with CC BY 2.0. To view the terms, visit https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/?ref=openverse

Putins Krieg ist ein Krieg, ein ethischer und politischer Rückschritt und durch nichts zu rechtfertigen.

Die globalisierte, koloniale Politik der reichen Länder hat materielle Verwerfungen, extreme Weltanschauungen und Diktaturen / autoritäre Regime begünstigt.

Putins Krieg bleibt ein Krieg, ein ethischer und politischer Rückschritt und durch nichts zu rechtfertigen.

Auch ein Krieg rechtfertigt keine pekuniäre und politisch-kulturelle Militarisierung unserer demokratischen Gesellschaft und Wirtschaft. Wir verstehen die Logik des Kapitals, die zu ihrem politischen Handeln führt, aber billigen und unterstützen sie in keiner Weise. Keine Heimatfront in Europa / Deutschland.

Hilfe für Geflüchtete aller von Krieg, Armut und Klimakatastrophen betroffenen Menschen ist / sollte selbstverständlich sein. Selbstverständlich auch für ukrainische, russische, syrische, eben alle Migrant.inn.en und Geflüchtete.

Die Energiepolitik des Kapitals hat uns erst in die abhängige Situation geführt, dass wir diesen Krieg nicht ernsthaft mit wirksamen Embargos austrocknen können. Die Regierenden haben immer wieder alle Warnungen in den Wind geschlagen und die Erneuerbaren nicht stark werden lassen, das wäre zu Ungunsten der fossilen Platzhirsche gewesen.

Ob uns die Lage wirklich zwingt, noch ein bisschen mit Kohle, Fracking-Gas und Atomkraft weiterzuspielen? Vor Pandemie und Militarisierung auch der Medien wurde gelegentlich auch in den etablierten kommerziellen und öffentlich-rechtlichen Medien von unterschiedlicher interessegeleiteter Rechnung des Bedarfs und seiner Deckung gesprochen. Auch muss der absurd hohe Verbrauch von Industrie und Verkehr und in geringerem Maß der privaten Haushalte in den reichen Ländern auf dem Prüfstand bleiben. Die Ablenkung von der Wahrheitssuche auch beim Klimathema durch Kriege und Pandemien verfängt bei uns nicht.

Vielmehr sehen wir den inneren Zusammenhang der globalen Krisen. Wer sich über Krieg Gedanken macht, kommt um die Themen Klima, Klimapolitik, Geflüchtete, Pandemie, Kolonialismus (syn. Neokolonialismus, Globalisierung), Greenwashing und Whitewashing, Geschäfte mit Waffen und Krieg, Informationskrieg, digitale Sicherheit und Souveränität, ... nicht herum.

Der Krieg ist fossil in jeder Bedeutung des Wortes. Das gilt auch für die Opfer des Krieges. Es ist nicht automatisch alles richtig, was Opfer sagen und tun. Diese Feststellung schmälert unsere Verurteilung Putins als Aggressor in keiner Weise. Putins Krieg bleibt ein Krieg, ein ethischer und politischer Rückschritt und durch nichts zu rechtfertigen.


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